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Der Würzburger Studienkreis hat in diesem Jahr den Efeu, die immergrüne Kletterpflanze, zur Arzneipflanze des Jahres erkoren,
nachdem seine Heilwirkung als Hustenmedizin inzwischen wissenschaftlich belegt werden konnte und Efeublattextrakte zu den besonders gut
erforschten Phytopharmaka gehören. Man schreibt die Wirkung hauptsächlich einem Saponin, dem alpha-Hederin zu.
Als immergrüne Pflanze galt der Efeu schon im Altertum als Symbol für ewiges Leben und Treue. Die frühe Christenheit hat diese
antike Symbolik übernommen. Auf den Fresken und Sarkophagen in den Katakomben ist der Efeu Sinnbild für die gemeinsame Verbundenheit
im Glauben und die Hoffnung auf das ewige Leben.
Eine Besonderheit des Efeus ist die Verschiedenheit der Blattformen: Während die Blätter der nicht blühenden Sprosse die
Efeu-typische 3- bis 5-lappige Form zeigen, bilden die blütentragenden Zweige größere, ungeteilte eiförmige Blätter aus.
Die moderne Phytotherapie verwendet für die Extraktherstellung die gelappten Blätter der jungen, noch nicht blühenden Pflanze.
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Alpha-Hederin greift direkt an den Zellen der Lungenbläschen an sowie an den Zellen der Bronchialmuskulatur. An den Lungenbläschen wird dadurch die
Bildung einer oberflächen- aktiven Substanz (dem sog. Surfactant) stimuliert, die die Zähflüssigkeit des Bronchialsekrets herabsetzt und damit das Abhusten
und die Belüftung der Lungenbläschen erleichtert. An der entzündeten Bronchialmuskulatur, wie bei Formen hartnäckiger Bronchitis, bewirkt das Saponin
alpha-Hederin eine Lösung der Verkrampfung. In einer Vergleichsstudie erwies sich das Phyto-therapeuticum vergleichbar mit dem von den Wintermonaten her
besonders bekannten synthetischen Ambroxol. Gerne wird Efeu auch mit Thymianextrakt kombiniert. Abkochungen aus Efeublättern, aus der Volksheilkunde bekannt,
sollten heute nicht mehr verwendet werden. Es sind zahlreiche standardisierte Fertigpräparate auf dem Markt, die auch teilweise für Kinder geeignet sind.
In Giftpflanzenbüchern wird Efeu manchmal noch unter den Giftpflanzen gelistet. Besonders die Beeren gelten als giftig, So können nach dem Verzehr weniger
Beeren Übelkeit, Durchfall und Erbrechen auftreten. Schwere Vergiftungen sind allerdings selten. Efeu ist seit langem als Auslöser von Kontaktallergien bekannt.
Dies gilt vor allem, wenn man mit dem Saft der frisch geschnittenen Blätter in Berührung kommt.
| Als Quellen dienten: |
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Schönfelder, das neue Handbuch der Heilpflanzen
PTA heute Nr. 8 2010, Efeu, Arzneipflanze des Jahres 2010
Frohne, Pfänder: Giftpflanzen 5. Auflage
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Seit 1999 wählt der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen“ an der Uni Würzburg eine Arzneipflanze mit besonderer Bedeutung
in der Vergangenheit und Gegenwart als Arzneipflanze des Jahres aus.
- 1999 war es der Buchweizen
- 2000 der Rosmarin
- 2001 die Arnika
- 2002 der Mäusedorn
- 2003 die Artischocke
- 2004 die Pfefferminze
- 2005 der Kürbis
- 2006 der Thymian
- 2007 der Hopfen
- 2008 die Rosskastanie
- 2009 der Fenchel
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