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Der Studienkreis von Medizinhistorikern, Ärzten, Apothekern und Biologen an der Würzburger Universität wählte in diesem Jahr die Passionsblume zur Arzneipflanze des Jahres 2011 aus. Die "Auserwählte" soll eine interessante Kultur- und Medizingeschichte haben.
Auch soll die Wirkung - hier bei nervöser Unruhe, leichten Einschlafstörungen, nervös bedingten Magen- und Darmbeschwerden - erwiesen sein. Wohlgemerkt, dies sind Befindlichkeitsstörungen und noch keine Krankheiten.
Es gibt mehr als 400 Arten von Passionsblumen, deren Heimat die tropischen Regenwälder Mittel- und Südamerikas sind.
In unserem Wiesbadener Apothekergarten wird jedes Jahr neu, aus dem Gewächshaus kommend, die Fleischfarbene Passionsblume, Passiflora incarnata L., angepflanzt. Sie ist die eigentliche Arzneipflanze. Auch soll sie die schönste Blüte auf der Welt haben.
Bei den Hauptinhaltsstoffen handelt es sich um sogenannte Indolalkaloide (Harmanalkaloide) und Flavonoide (Glykosylflavone). Früher glaubte man, dass von den Alkaloiden die angstlösende Wirkung ausginge. Dies ist inzwischen widerlegt worden. Vermutlich geht die Hauptwirkung von den Flavonoiden aus. In der Regel werden aber Passionsblumenkraut und seine Extrakte zusammen mit Baldrian, Hopfen und Melisse verwendet. Dies deutet darauf hin, dass die Einzeldroge keine ausreichende Wirkung haben könnte.
Die Indianer, so wird überliefert, nutzten mitunter ihre heilende und berauschende Wirkung. Die christlichen Einwanderer sahen in den Blüten Symbole der Passion Christi.
Arzneipflanzen der Jahre 1999 - 2011
Der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen“ an der Universität Würzburg wählt jedes Jahr „die Arzneipflanze des Jahres“ aus beginnend mit dem Jahre 1999.
Daneben gibt es den Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus („NHV Theophrastus“), der jedes Jahr eine bedeutsame Heilpflanze kürt.
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Arzneipflanze des Jahres gemäß Studienkreis Würzburg
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Heilpflanze des Jahres gemäß „NHV Theophrastus“ = Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, gen. Paracelsus e.V.
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| 1999 | | Buchweizen | | - |
| 2000 | | Rosmarin | | - |
| 2001 | | Arnika | | - |
| 2002 | | Mäusedorn | | - |
| 2003 | | Artischocke | | Salbei |
| 2004 | | Pfefferminze | | Tausendgüldenkraut |
| 2005 | | Kürbis | | Lein |
| 2006 | | Thymian | | Zitronenmelisse |
| 2007 | | Hopfen | | Duftveilchen |
| 2008 | | Rosskastanie | | Echter Lavendel |
| 2009 | | Fenchel | | Ringelblume |
| 2010 | | Efeu | | Gewürznelkenbaum |
| 2011 | | Passionsblume | | Rosmarin |
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