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In früheren Jahren wurden die dickdarmwirksamen pflanzlichen Drogen aus der Familie der Anthrachinone,
wie Faulbaumrinde, Rharbarberwurzel, Aloeextrakt, Kreuzdornbeeren, Sennesblätter und "früchte, oft
gewohnheitsmäßig eingenommen.
Dies führt zu einem Teufelskreis der Abhängigkeit. Salz (besonders Kalium) und Wasserverlust
schwächen die Eigenleistung des
Dickdarms von Mal zu Mal mehr und verleiten zu weiterer Einnahme der Abführmittel. Entzündungen im Darm
werden verschlimmert.
Deshalb ist heute nur eine kurzfristige Anwendung dieser Drogen zulässig unter Beachtung der nicht erlaubten
Anwendungen auf den Beipackzetteln der Medikamente.
Quellmittel wie Leinsamen und Flohsamen sind im allgemeinen unbedenklich, sofern diese mit ausreichend Wasser
eingenommen werden.
Rizinusöl dient nur als Hilfe bei akuter Verstopfung. An seine Stelle treten heute meistens synthetische
Mittel wie z.B. Macrogol Lösung u.a. auf PEG-Basis.
Heute ist in breiten Bevölkerungskreisen bekannt, dass durch eine ballaststoffreiche Ernährung
(Obst, Gemüse, Salate, Vollkornbrot) einer Verstopfung am besten entgegengewirkt werden kann.
Neben der als Abführdroge verwendeten Kap-Aloe oder Curacao-Aloe wurde auch die überwiegend
für kosmetische Zwecke verwendete Aloe vera angepflanzt, deren botanische Bezeichnung lautet: "Aloe Barbadensis
Miller". Sie ist keine Agave oder Kaktee, wie vielleicht der erste Eindruck ist, sondern ein Liliengewächs.
Weltweit gibt es etwa 500 verschiedene Aloe-Arten. Für die Aloe vera Gewinnung verwendet man das aus dem Inneren der
dicken, fleischigen Blätter gewonnene grüne Gel. Weiter ist sehr wichtig, dass die aus Plantagenanbau, z.B. auf
den Kanarischen Inseln gewonnene Aloe-vera-Spezies (Aloe Barbadensis Miller) einen relativ geringen Aloin / Anthrachinon-Anteil
enthält, da von diesem, wie bereits erwähnt, die dickdarm-erregende, abführende Wirkung ausgeht. Dieser Anteil,
der sich unmittelbar unter der Blattoberfläche befindet, kann bei den heutigen Züchtungen sehr leicht vom Gel
abgetrennt werden.
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